Einführung in die Wirtschafts- und Theoriegeschichte

Kursleitung

  • Prof. Dr. Elisabeth Allgoewer

    • Prof. für Geschichte der Volkswirtschaftslehre

Kursverzeichnis:

  • KONZEPTE UND THEORETISCHE GRUNDBEGRIFFE:

    • Geld und Gold: der Gold‐Devisen‐Standard der Zwischenkriegszeit im historischen Vergleich

    • Fortsetzung: Geld und Gold - Der Zusammenhang zwischen Handel und Kapitalverkehr

  • WIRTSCHAFTSGESCHICHTE: AUSGEWÄHLTE ASPEKTE DER KRISEN:

    • Verwerfungen in Folge des 1. Weltkrieges: Interalliierte Schulden, Reparationen und Kapitalströme

    • „Roaring Twenties“?

    • Banken-, Währungs- und Fiskalkrisen: Das Beispiel Deutschland

    • Fortsetzung: Banken-, Währungs-‐ und Fiskalkrisen: Das Beispiel Deutschland

    • September 1931: Die Abwertung des Pfund

    • Der „Crash“ an der Wall Street und die „Great Depression“ in den USA

    • Zusammenfassung und Rückblick: Die Wirtschaftskrisen der Zwischenkriegszeit Gastvortrag von Dr. Jörn Eckhoff (Deutsche Bundesbank, Hauptverwaltung in Hamburg): Die Geldpolitik der EZB.

  • THEORIEGESCHICHTE: ZUR ERKLÄRUNG DER KRISE:

    • Die Krisenpolitik der 1930er Jahre vor dem Hintergrund der zeitgenössischen Konjunkturtheorie und im Lichte der Borchardt‐Kontroverse

    • John Maynard Keynes und Milton Friedman

    • Die Krise als „Welt“‐Wirtschaftskrise: Kindleberger und Eichengreen

    • Fazit: die Erklärung der Krisen der Zwischenkriegszeit und die Entwicklung der Makro im 20. Jahrhundert

Die Zwischenkriegszeit war eine Phase enormer gesellschaftlicher und politischer Umwälzungen. Auch das ökonomische System durchlief starke Veränderungen, die in der Weltwirtschaftskrise der dreißiger Jahre, der „großen“ Depression, ihren schärfsten Ausdruck fanden. Die Wurzeln dieser Veränderungen in den Verwerfungen der internationalen Wirtschaft in Folge des Krieges sind der Ausgangspunkt der Analyse. Die Entwicklungen der zwanziger und dreißiger Jahre werden aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchtet, wobei eine vergleichende Betrachtung (vorwiegend Westeuropa und USA) und institutionelle Aspekte (vor allem der internationalen Finanzordnung) im Vordergrund stehen. Die sich wandelnden Interpretationen dieser Entwicklungen vor dem Hintergrund der ökonomischen Theorie sind ein weiterer Schwerpunkt der Vorlesung. Die Geschichte der Krisen‐ und Konjunkturtheorie im 20. Jahrhundert spiegelt sich darin wider: ausgehend von zeitgenössischen Krisenerklärungen werden die Analysen und daraus abgeleiteten wirtschaftspolitischen Empfehlungen von John Maynard Keynes und Milton Friedman (mit Anna Schwartz) vorgestellt. Die internationalen Zusammenhänge, die in den 1930er Jahren krisenverstärkend wirkten, rücken Charles Kindleberger und Barry Eichengreen in den Vordergrund. Mit Hilfe der unterschiedlichen Krisenwahrnehmungen und ‐erklärungen wird auch Licht auf die Entwicklungen seit 2008 geworfen.

Wichtige Persönlichkeiten in der Geschichte der Ökonomie

Adam Smith (1723 - 17990)

An inquiry into the nature and causes of the wealth of nations (1776) Untersuchung über Wesen und Ursachen des Reichtums der Völker. \(\implies\) Versteht sich als der Ursprung der Ökonomie als selbständige Wissenschaft. Eines seiner bekannten Theorien ist die sogenannte Markttheorie.

David Ricardo (1772 - 1823)

Steht für eine Modernisierung der Argumente / Argumentationsweisen der Ökonom in Richtung der Modellbildung! Auch bekannt als “Vater der deduktiven ökonomischen Betrachtung”. Ebenfalls ist er ein überzeugter Freihändler.

Thomas R. Malthus (1766 - 1843)

Hat sich für die Getreidegesetze und den Protektionismus stark gemacht.

Friedrich List (1789 - 1846) Schriftsteller

Wichtiges Buch: “Das nationale System der politischen Ökonomie” (1841) Verwendete das Argument der Schutzzölle für entstehende Industrien (Infunt industry argument). Deutschland, welches hinter England in der Industrialisierung hinterher hinkt hat nur eine Chance aufzuholen, wenn für eine gewisse Zeit die Deutsche Industrialisierung geschützt sei vor der Britischen Konkurrenz. Ein Mann der für die deutschsprachige Entwicklung von Bedeutung war.

Das lange 19. Jahrhundert

Von 1789 der Französischen Revolution bishin zu 1914 dem 1. Weltkrieg

Das “lange 19. Jahrhundert” ist aus der Sicht der Wirtschaftsgeschite das “Zeitalter der Industrialisierung”!

Der Beginn der Industrialisierung fand in England statt. Weshalb England?

  • Handelsmacht

\(\implies\) Große Erfahrungen im Handel an sich. Weiter noch im Bereich der Buchhaltung, im Auftreiben von Kapital, im Bereich des Einsetzens von Kapital, im Bereich der Infrastruktur (alles was dazu gehört um eine Versorgung einer Millionen Bevölkerung zu Gewährleisten) - sprich im Bereich der Schifffahrt und auch im Inland mittels Handelswege. \(\implies\) notwendiges Mittel um die Masse an Güter an die Bevölkerung heran zu tragen.

  • geringe Bedeutung des Zunftsystem ’s.

Das Zunftsystem regelte den Handwerk \(\implies\) sprich war für die Qualitätssicherung zuständig. \(\implies\) Hieraus ergab sich die sogenannte Marktzugangsbeschränkung. Nur wer durch die Qualitätsausbildung ging und Meister wurde, sprich Mitglied der Zunft, konnte fortan sein Dienst gewerblich anbieten. Beispiel: Der Goldschmied.

  • insgesamt: liberalere Gesellschaftsordnung.

Neue Version

1797

Bank Restriction Act (Suspendierung der Goldkonvertibilität des Pfund Sterling).

Kontext

Im Zuge der Napoleonischen Kriege kam es zu einem Vertrauensverlust und Bank Runs; die Bank of England setzte die Einlösung von Banknoten in Gold aus.

Zeitraum

Die Suspendierung dauerte bis 1821 (sog. “Restriction Period”).

Folge

Ausweitung der Geldmenge ohne Goldbindung ⇒ Inflation und Abwertung des Pfund.

Bedeutung (VWL)
  • Frühes Beispiel für Fiat-Geld ohne Metallbindung.

  • Beginn zentraler geldtheoretischer Debatten:

    • Rolle der Zentralbank (Stabilität vs. Staatsfinanzierung)

    • Zusammenhang zwischen Geldmenge und Preisen (Bullionist Debate)

    • Bedeutung der Goldbindung für Preisstabilität

Institutionell

Die Bank of England (gegründet 1694 als privatwirtschaftliche Institution zur Staatsfinanzierung) entwickelte sich im 19. Jh. schrittweise zur modernen Zentralbank.

1815

Wiener Kongress.

Folge

Politische Stabilisierung Europas.

Bedeutung

Voraussetzung für wirtschaftliche Entwicklung im 19. Jh.

Industrialisierung (ca. 1800–1850)

Mechanisierung der Produktion.

Folge

Produktivitätssteigerung, Urbanisierung.

Bedeutung

Übergang zur modernen Wachstumsökonomie.

1825

Erste Eisenbahn (Stockton–Darlington).

Folge

Revolution des Transports.

Bedeutung

Integration von Märkten, Senkung von Transaktionskosten.

1846

Aufhebung der Corn Laws (England).

Folge

Freihandel, sinkende Lebensmittelpreise.

Bedeutung

Sieg liberaler Wirtschaftspolitik.

1848

Revolutionen in Europa.

Folge

Politische und wirtschaftliche Reformforderungen.

Bedeutung

Übergang zu moderneren Staats- und Wirtschaftssystemen.

1856

Bessemer-Verfahren (Stahlproduktion).

Folge

Industrialisierungsschub.

Bedeutung

Skaleneffekte, Massenproduktion.

1871 – 1873

Deutsche Reichsgründung und Währungsreform (Übergang zum Goldstandard).

Politisch

1871 wird Wilhelm I. Deutscher Kaiser; nationale Einigung schafft einheitlichen Wirtschaftsraum.

Währungsreform
  • Aufgabe des Silber-/Bimetallstandards

  • Einführung der Goldmark (Reichswährung)

  • Finanzierung u.a. durch französische Reparationszahlungen nach dem Deutsch-Französischen Krieg

Folge (Deutschland)
  • Vereinheitlichung von Währung und Zollsystem ⇒ integrierter Binnenmarkt

  • Starker Wachstumsimpuls (Industrialisierung, Produktivitätsanstieg)

  • Steigendes Pro-Kopf-Einkommen

Internationale Bedeutung
  • Deutschland als große Volkswirtschaft übernimmt Goldstandard ⇒ Signalwirkung

  • Beschleunigung der globalen Etablierung des klassischen Goldstandards

  • Grundlage für stabile Wechselkurse und zunehmende Kapitalmobilität

Bedeutung (VWL)
  • Entstehung eines regelgebundenen internationalen Währungssystems

  • Verbindung von Geldordnung, Handel und Globalisierung (1. Globalisierungswelle 1880–1914)

Fiskalischer Kontext
  • Bismarck steht vor strukturellem Problem niedriger Steuereinnahmen

  • Späterer Übergang zu Protektionismus (Zölle als Einnahmequelle)

1880 – 1914

Erste Globalisierungswelle.

Folge

Freier Kapital- und Warenverkehr.

Bedeutung

Integration der Weltwirtschaft.

1914 – 1918

Erster Weltkrieg.

Folge

Zusammenbruch Goldstandard.

Bedeutung

Beginn moderner makroökonomischer Instabilität.

1929 – 1932

Große Depression.

Folge

Massenarbeitslosigkeit, Deflation.

Bedeutung

Aufstieg keynesianischer Wirtschaftstheorie.

1944

Bretton-Woods-System.

Folge

Feste Wechselkurse, Dollar als Leitwährung.

Bedeutung

Stabilisierung der Nachkriegsordnung.

1945

Ende Zweiter Weltkrieg.

Folge

Neuordnung der Weltwirtschaft.

Bedeutung

Start des modernen Wirtschaftswachstums.

1948

Marshallplan.

Folge

Wiederaufbau Europas.

Bedeutung

Förderung von Wachstum und Integration.

1957

Vertrag von Rom (EWG).

Folge

Gemeinsamer Markt.

Bedeutung

Beginn europäischer Integration.

1971

Nixon-Schock.

Folge

Ende Gold-Dollar-Bindung.

Bedeutung

Übergang zu Fiat-Geldsystem.

1973

Ende Bretton Woods / flexible Wechselkurse.

Folge

Papiergeldsystem etabliert.

Bedeutung

Moderne Geldordnung.

1973 – 1974

1. Ölkrise.

Folge

Stagflation.

Bedeutung

Krise keynesianischer Politik.

1979 – 1980

2. Ölkrise.

Folge

Inflation.

Bedeutung

Beginn monetaristischer Politik.

1987

Schwarzer Montag (Börsencrash).

Folge

Finanzmarktvolatilität.

Bedeutung

Bedeutung systemischer Risiken.

1990

Deutsche Wiedervereinigung.

Folge

Integration zweier Wirtschaftssysteme.

Bedeutung

Große fiskalische und strukturelle Herausforderung.

1992

Maastricht-Vertrag.

Folge

Grundlage Euro.

Bedeutung

Institutionalisierung der Währungsunion.

1999

Euro (Buchgeld).

Folge

Gemeinsame Geldpolitik.

Bedeutung

Integration europäischer Finanzmärkte.

2002

Euro-Bargeld.

Folge

Alltagseinführung.

Bedeutung

Vollendung Währungsunion.

2008

Globale Finanzkrise.

Folge

Bankenkrisen, Rezession.

Bedeutung

Beginn unkonventioneller Geldpolitik (QE).

2010 – 2012

Euro-Staatsschuldenkrise.

Folge

Austerität, Rettungspakete.

Bedeutung

Fragilität der Währungsunion.

2016

Brexit-Referendum.

Folge

Unsicherheit, Fragmentierung.

Bedeutung

Rückschlag für Globalisierung.

2020

COVID-19 Pandemie.

Folge

Wirtschaftseinbruch.

Bedeutung

Massive Fiskal- und Geldpolitik.

2022

Ukraine-Krieg & Inflationsschock.

Folge

Energiekrise, Inflation.

Bedeutung

Zinswende.

2023

Bankenkrise & KI-Boom.

Folge

Finanzstabilitätsrisiken, Produktivitätspotenzial.

Bedeutung

Neue strukturelle Trends.

2025

„Higher for longer“ Zinsregime.

Folge

Strukturell höhere Zinsen.

Bedeutung

Ende der Nullzinsära.

Alte Version

1769

Die Schutzimpfung gegen die Pocken wurde entwickelt.


1792 - 1815

Bedeutung der Revolutionskriege

1792

Ausruf der Republik. (Beginn der Revolutionskriege.)

1797

Aufhebung der Konvertibilität des Pfund Sterling in Gold. \(\implies\) Dies hatte zur Folge, dass es zu einer Inflation und Abwertung kam! Dies soll angeblich eine Folge der Aktionen der Bank of England zur Folge gekommen sein. Punkt zu den “Geldpolitische Debatten”. Die Bank of England beruht auf einer privatwirtschaftliche Initiative/Aktiengesellschaft (gegründet 1696) und war ein Resultat zur Rettung des Staatshaushaltes. Sie sollte den Vorgang der Umschuldungen tätigen um England aus seinen tiefen Schulden zu bekommen. Heute ist die Bank of England eine Zentralbank! Dieser Wandel fand im großen Teil im 19. Jahrhundert statt. Kritik an der Bank of England: - Ursachen der Geldentwertung. - Bedeutung der Goldbindung der Währung für Preisstabilität. - Welche Rolle soll eine zentrale Bank spielen? Welche Verantwortung trägt sie?

Suspension der Goldkonvertibilität des Pfund im Rahmen der Bank Restriction / Restriction Period, die bis 1821 andauerte.

1799

Ernennung Napoleons zum erster Konsul Frankreichs.

1804

Ernennung Napoleons zum Kaiser Frankreichs.

1805

Schlacht bei Trafalga (Die Briten gewinnen das erste Mal Oberhand gegen die Franzosen und Spanier) \(\implies\) Möglich Dank der Kriegsschifffahrt-Macht der Briten zu dieser Zeit. \(\implies\) 18. Jahrhundert, der große Umbruch in der Schiffs-Kriegsführung und Mächte-Rollen.

1806

Napoleon besiegt Preussen. (Dies führte das Ende der Leibeigenschaft herbei! Durchgesetzt und in Kraft getreten 1807 !) \(\implies\) Dies hatte zur Folge, dass das bürgerliche Gesetzbuch eingeführt worde. Welche ebenfalls starke Gestellschaftliche und Wirtschaftliche Auswirkungen gehabt hat.

1815

Wiener Kongress - Die Hauptziele des Wiener Kongress waren: Die Restauration \(\implies\) Die Wiederherstellung alter Regierungsformen von 1792! Die Legitimität \(\implies\) Rechtfertigung der Ansprüche der Dynastie des Ancien Regime (französisch für „frühere Regierungsform“, „alter Staat“), was mit anderen Worten die Regierungsform der Bourbonen in Frankreich bedeutet. Die Solidarität, Gegenseitiger Schutz fürstlicher Interessen von revolutionären Ideen und Bewegungen.

Industrialisierung

\(\implies\) Veränderung der Produktionsprozesse (Mechanisierung). \(\implies\) Ersetzen der Menschlichen Arbeitskraft (Mittels Wasser- und Windkraft. Dies war auch merklich unterschiedlich je nach Refion! Beispielweise, am Wasser liegende Städte haben sich der Wasserenergie zu Nutze gemacht.)

Wichtige Erfindungen

Dampfmaschine wurden schon um 1765 erfunden, dennoch kamen sie erst richtig zum Einsatz in den 19.Jahrhundert. (Beispiel: Eisenbahn!). Die Eisenbahn löste nicht komplett aber im großen Stiele den Transportweg über das Wasser ab.

1825

Erster Personenzug mit Dampflokomotive in England (Stockton-Darlington).

1835

Eisenbahnlinie Nürnberg - Fürth wurde realisiert.

1845

Hungersnot in Irland. \(\implies\) Die Kartoffel war das Grundnahrungsmittel der Iren zu dieser Zeit und aufgrund der “Kartoffelpest” kam es zu einer ernsten Hungersnot. England unternahm so gut wie gar nichts, um Irland in seiner misslichen Lage zu Helfen. Die Getreidepreise waren so sehr hoch, dass dies dann zu 1846 dazu führte, dass das Getreidegesetz abgeschafft wurde, siehe Zwei Punkte weiter.

1846 -1847

letzte große Hungersnot in Europa

1846 - 1860

Im Gesamten der Prozess der Liberalisierung findet hier statt.

1846

Aufhebung der Getreidegesetze

1848

Revolutionäre Bewegung in Europa (Bürger- und Studentenbewegung drängen auf Ablösung der Monachie hin)

1856

Die Massenherstellung von Stahl begonn Dank der Erfindung von Henry Bessemers. \(\implies\) Dies führte zu vereinheitlichung der Produkte im Gegensatz zur Handarbeit.)

1860

Handelsvertrag zwischen England und Frankreich (Cobden-Chevalier)

1861

Entdeckung der Bakterien! \(\implies\) Krankheiten konnten fortan auf Bakterielle Infektionen zurückgeführt werden. \(\implies\) Nun setzte sich auch die Idee der Hygiene durch!

1871

Deutsches Reich, König Wilhelm der I von Preussen wird Kaiser. \(\implies\) starke Wirtschaftliche Änderung: Verfall des bimetallischen Währungsstandards (erst nur Silber, nun auch bzw. nur Gold) und dies führte zu einer Durchsetzung des Goldstandards Weltweit und die Funktionsweise des “Klassischen Goldstandards”. Deutschland bewirte dies nicht alleine, dennoch aber einen wichtigen Beitrag und Anfangsimpuls. Weiter noch \(\implies\) Zollgrenzen wurden vereinheitlicht \(\implies\) Öffnung eines größeren Marktes / Wachstumsimpuls \(\implies\) Anstieg beim Einkommen pro Kopf.\\ Otto von Bismarck (der Reichskanzler) hatte das Problem, dass er große Pläne hatte aber geringe Steuereinnahmen!

1879

Deutsche Zollreform. Zunehmender Protektionismus. Zolleinnahmen sind Bundessteuer-Abgaben der Europäischen Union. Diese Gelder fließen also nicht an die europäischen Mitgliedstaaten sondern an die europäische Union! \\ Ökonomen haben Bismarck den Rat, dass er das Mittel des Protektionismus nutzen solle um die Staatskasse zu füllen.

1880 - 1914

Diese 30. Jahre werden häufig gesehen als die 1. Globalisierungswelle von den Wirtschaftshistorikern. Dies war resultierend möglich mittels 1871 der Einführung des Goldstandards!

1899

Bayer (Aspirin): Zunehmende Bedeutung synthetischer Produkte! \(\implies\) Typischer Anfang solcher Firmengeschichten waren zunächst das Arbeiten mit natürlichen Produkten (Farben) bishin zu den chemischen Produkten - synthetische Produkte.

1906

Erdbeben in San Francisco

1914 - 1918
  1. Weltkrieg


1929 - 1932

Große Depression

1939 - 1945
  1. Weltkrieg

1944

Bretton-Woods-System: Einrichtung der Nachkriegs-Währungsordnung; daraus gingen IMF und Weltbank hervor. Das ist für Geldordnung, feste Wechselkurse und Nachkriegskapitalismus ein Schlüsselereignis.

1945

Manhattan-Projekt Am 16. Juli 1945 wurde die erste Atombombe oberirdisch bei Alamogordo gezündet (Trinity-Test). Die ersten und bisher einzigen Luftangriffe mit Atombomben wurden am 6. und 9. August 1945 gegen die japanischen Städte Hiroshima und Nagasaki geflogen. \(\implies\) Wegen der Kapitulation Deutschlands Anfang Mai 1945, also \(2\frac{1}{2}\) Monate vor dem Trinity-Test, kam in Deutschland keine Atombombe zum Einsatz.

1948

Marshallplan: Zentral für Wiederaufbau, europäische Integration und westliche Nachkriegsordnung.

1957

Vertrag von Rom / EWG: Für Marktintegration in Europa wirtschaftshistorisch sehr wichtig.

1962

Kuba-Krise

1963

Ermordung von John F. Kennedy

1964 - 1975

Vietnam-Krieg

1971

Nixon-Schock: Eigentlich der präzisere Einschnitt vor deinem Punkt „1973“. Am 15. August 1971 kündigten die USA die Dollar-Gold-Konvertibilität faktisch auf; das markiert den Anfang vom Ende von Bretton Woods. 1973 ist dann eher der Übergang zu flexibleren Wechselkursen im Ergebnis.

1973

An sich wird das Gold immer “knapper” (merklich schon seit 1797 und seinen Folgen der Inflation und Abwertungen…) und seit spätestens 1973 existiert eine reine Papiergeld-Zirkulierung (Besonders die Währungen der Industrialisierten Länder). Es ist fortan völlig selbstverständlich mit Geld-Scheinen und Münzen überall zu bezahlen.

1973 - 1974
  1. Ölkrise

1979 - 1980
  1. Ölkrise

1986

Tschernobyl

Oktober 1987

Schwarzer Freitag - Der große Börsencrash

1990

Deutsche Wiedervereinigung: Für Deutschland und Europa ökonomisch enorm wichtig: Integration zweier sehr unterschiedlicher Wirtschaftssysteme, fiskalische Lasten, Produktivitäts- und Arbeitsmarktfolgen.

1990 - 1991

Golfkrieg

1991/1992

Maastricht / Wirtschafts- und Währungsunion: Für den Weg zum Euro zentral. Die politische Entscheidung zur EMU fiel 1991 in Maastricht und wurde im Vertrag verankert.

1992

ERM-/Sterling-Krise („Black Wednesday“): Sehr wichtig für Wechselkursregime, Spekulation gegen Währungen und geldpolitische Glaubwürdigkeit.

1998

Asienkrise

1999/2002

Euro: 1999 als Buchgeld / Start der gemeinsamen Geldpolitik, 2002 als Bargeldeinführung.

2001

Attentat in New York City (11.September 2001)

2000 - 2003

Platzen der Internetblase

2002

Platzen der Immobilienblase

2003

Golfkrieg

2008

Finanzkrise

2010 – 2012

Euro-Staatsschuldenkrise: Nach 2008 für Europa eines der zentralen makroökonomischen Ereignisse überhaupt.

2015

Chinacrash

2016

Brexit-Referendum (UK stimmt für EU-Austritt) ⟹ Beginn geopolitischer Fragmentierung in Europa, Unsicherheit für Handel und Finanzmärkte

2017

Bitcoin-Boom (erste große Kryptowährungsblase) ⟹ Etablierung von Kryptowährungen als neue Anlageklasse / Beginn Diskussion über Geldsystem-Alternativen

2018 – 2019

US–China Handelskonflikt (unter Donald Trump) ⟹ Deglobalisierungstendenzen, Zölle, Störung globaler Lieferketten

2019

Repo-Markt-Krise in den USA ⟹ Stress im kurzfristigen Geldmarkt, erste Liquiditätsprobleme trotz expansiver Geldpolitik

2020

COVID-19 Pandemie (globale Wirtschaftsschockphase) ⟹ Lockdowns, massiver Einbruch von Angebot & Nachfrage ⟹ Beginn beispielloser fiskal- und geldpolitischer Expansion (QE, Stimulus)

2020 – 2021

Ultra-lockere Geldpolitik weltweit (Null-/Negativzinsen, QE auf Rekordniveau) ⟹ Asset-Inflation (Aktien, Immobilien), steigende Verschuldung

2021

Lieferkettenkrise (Post-COVID) ⟹ Engpässe, steigende Produktionskosten. Beginn globaler Inflation (zunächst als „transitory“ interpretiert)

2022
  • Russische Invasion in die Ukraine ⟹ Energiekrise in Europa, geopolitische

Blockbildung

  • Inflationsschock in Industrieländern (höchste Raten seit Jahrzehnten)

  • Zinswende durch Zentralbanken (Ende der Nullzinsära, u.a. European Central Bank und Federal Reserve)

2023
  • Bankenkrise (z.B. Silicon Valley Bank, Credit Suisse) ⟹ Folgen schneller

Zinsanstiege, Duration Risk sichtbar

  • KI-Boom (Start der generativen KI-Welle, z.B.

OpenAI) ⟹ Produktivitätspotenzial + neue Tech-Bewertungszyklen

2024
  • Anhaltende geopolitische Spannungen (Ukraine, Nahost) ⟹ Unsicherheit für

Energiepreise und globale Märkte

  • Erste Zinssenkungsdiskussionen nach Inflationsrückgang ⟹ Übergang von restriktiver zu neutralerer Geldpolitik

2025
  • Stabilisierung der Inflation auf erhöhtem Niveau („higher for longer“) ⟹

strukturell höhere Zinsen als im Jahrzehnt zuvor

  • Fortgesetzte Deglobalisierung / „Friendshoring“ ⟹ Neustrukturierung globaler Produktionsketten

Auswirkungen der politischen Ereignisse auf die Wirtschaft

  • Bedeutung der Revolutionskriege (1792 - 1815)

  • Kontinentalsperre 1806

Maßnahme Napoleons gegen seinen Kriegsgegner Großbritannien - Versuch die Handelsbeziehungen zwischen Europa und den Großbritannien zu unterbinden. \(\implies\) Napoleon versucht so gesehen Großbritannien den “Hahn” ab zu drehen und die Versorgung / den Import von Gütern für das Volk schwer zu machen. Napoleon schwebte damals schon vor (mittels dieses Protektionismus) die Wirtschaftsentwicklung in Europa voran zu treiben. Auch ihm schwebte zu dieser Zeit schon ein großes intrigiertes und gemeinschaftliches europäisches Wirtschaftssystem vor. Welches Autark ist, welches eine eigene Industrie entwickelt und die Verhinderung der Britischen Konkurrenz (welche damals schon immer “Drei Schritte weiter war” Punkto technischer Fortschritte und Produktionsumfang) ab zu Sichern.

  • Verabschiedung der Getreidegesetze 1815

Die Briten verabschieden 1815 die Getreidegesetze, welches als Gegenmaßnahme zu dem Protektionismus Napoleons stand. Während des Krieges profitierten die Bauern mittels ihrer Felder gegenüber den anderen Bauern im Punkto Nahrungsversorgung.

Wirtschaftspolitische Debatten

  • Auswirkungen des Agrarprotektionismus auf die englische Wirtschaft

  • Argumente für den Freihandel

Der Zeitraum der Bevölkerungsexplosion in Europa (1800 - 1910)

Waren es um 1800 noch an die 123.000.000 Menschen in der EU, so war merklich ein extremer Anstieg zu um 1910 zu verzeichnen. Hier trat nun schon eine Bevölkerungsdichte von 294.000.000 Menschen in der EU auf.

Geld und Gold

Die Aufgabe der Banken und der Zentralbank

Im Volksmund sagt und sieht man gerne die Bank als sogenannten Finanz Intermediär, welches dafür steht, dass die Bank in der Mitte zwischen dem Anleger (welcher sein Geld bei der Bank lässt) und dem Kredit anfragenden (welcher sich von der Bank Geld leiht) steht. Dies ist aber nicht direkt der Fall und bei weitem nicht die alleinige Aufgabe der Bank.