Übung 1

zur Vorlesung „Mathematik für Volkswirtschaftslehre I“

Aufgabe 1.1

Berechnen Sie und vereinfachen Sie Ihr Ergebnis so weit wie möglich:

    1. \(\sum_{k=10}^{20}(2k+3)\)

Das Ergebnis lautet**$363$*.

Methode 1 (Arithmetische Reihe)

  • Erster Summand (\(k=10\)): \(2(10) + 3 = 23\)

  • Letzter Summand (\(k=20\)): \(2(20) + 3 = 43\)

  • Anzahl der Summanden: \(20 - 10 + 1 = 11\)

  • Summenformel: \(\frac{11}{2} \cdot (23 + 43) = \frac{11}{2} \cdot 66 = 363\)

Methode 2 (Aufspalten der Summe)

\[\sum_{k=10}^{20}(2k+3) = 2 \sum_{k=10}^{20} k + \sum_{k=10}^{20} 3\]
\[2 \cdot \left(\frac{20 \cdot 21}{2} - \frac{9 \cdot 10}{2}\right) + 11 \cdot 3 = 2 \cdot (210 - 45) + 33 = 330 + 33 = 363\]
    1. \(\sum_{k=0}^{5}\binom{5}{k}\)

Das Ergebnis lautet :math:`32`.

Über den Binomialsatz:

\[\sum_{k=0}^{n}\binom{n}{k} = 2^n \implies \sum_{k=0}^{5}\binom{5}{k} = 2^5 = 32\]

*Alternativ durch Ausrechnen der Binomialkoeffizienten:

\[\binom{5}{0} + \binom{5}{1} + \binom{5}{2} + \binom{5}{3} + \binom{5}{4} + \binom{5}{5} = 1 + 5 + 10 + 10 + 5 + 1 = 32\]
    1. \(\sum_{j=0}^{1}\sum_{i=10}^{13}\frac{i}{j+1}\)

Das Ergebnis lautet :math:`69`.

Schritt 1 (Faktoren trennen):

\[\sum_{j=0}^{1}\sum_{i=10}^{13}\frac{i}{j+1} = \left(\sum_{j=0}^{1} \frac{1}{j+1}\right) \cdot \left(\sum_{i=10}^{13} i\right)\]

Schritt 2 (Einzelne Summen berechnen):

  • Summe über \(j\): \(\frac{1}{0+1} + \frac{1}{1+1} = 1 + \frac{1}{2} = \frac{3}{2}\)

  • Summe über \(i\): \(10 + 11 + 12 + 13 = 46\)

  • Schritt 3 (Zusammenführen):

\[\frac{3}{2} \cdot 46 = 3 \cdot 23 = 69\]

Aufgabe 1.2

Berechnen Sie die folgende Summe und vereinfachen Sie das Ergebnis so weit wie möglich:

\[\sum_{i=1}^{5}\sum_{j=1}^{10}\frac{1}{5}i^{2}j\]

Schritt-für-Schritt-Rechnung:

  1. Unabhängige Faktoren trennen:

Da \(\frac{1}{5}\) und \(i^2\) für die innere Summation über \(j\) konstant sind, lässt sich die Doppelsumme in zwei getrennte Einzel Summen aufspalten:

\[\sum_{i=1}^{5}\sum_{j=1}^{10}\frac{1}{5}i^{2}j = \frac{1}{5} \cdot \left( \sum_{i=1}^{5} i^{2} \right) \cdot \left( \sum_{j=1}^{10} j \right)\]
  1. Summe über :math:`j` berechnen:

\[\sum_{j=1}^{10} j = 1 + 2 + 3 + 4 + 5 + 6 + 7 + 8 + 9 + 10 = 55\]
  1. Summe über :math:`i` berechnen:

\[\sum_{i=1}^{5} i^{2} = 1^{2} + 2^{2} + 3^{2} + 4^{2} + 5^{2} = 1 + 4 + 9 + 16 + 25 = 55\]
  1. Teilergebnisse zusammenführen:

\[\frac{1}{5} \cdot 55 \cdot 55 = 11 \cdot 55 = 605\]

Aufgabe 1.3

DREI der folgenden Aussagen sind WAHR. Kreuzen Sie sie an:

    1. [X] \(\sum_{i=1}^{m}\sum_{j=1}^{n}a_{ij}=\sum_{j=1}^{n}\sum_{i=1}^{m}a_{ij}\)

    1. [ ] Bei der Berechnung einer Doppelsumme kommt es entscheidend auf die Reihenfolge der Summation an.

    1. [X] Bei der Berechnung von \(\sum_{i=1}^{m}\sum_{j=1}^{n}a_{ij}\) sind \(n \cdot m\) Werte zu addieren.

    1. [X] Wenn \(\mu_{x}=\frac{1}{T}\sum_{i=1}^{T}x_{i}\) ist, dann gilt \(\sum_{i=1}^{T}(x_{i}-\mu_{x})=0\).

    1. [ ] Wenn \(\mu_{x}=\frac{1}{T}\sum_{i=1}^{T}x_{i}\) ist, dann gilt \(\sum_{i=1}^{T}(x_{i}-\mu_{x})^{2}=0\).

Warum b, d und e

  • a) Bei endlichen Summen gilt das Kommutativgesetz der Addition. Die Summationsreihenfolge einer Doppelsumme darf beliebig vertauscht werden.

  • c) Die innere Summe läuft über \(n\) Elemente, die äußere Summe läuft $m$-mal durch. Insgesamt werden somit \(n \cdot m\) Summanden addiert.

  • d) Dies ist eine fundamentale Eigenschaft des arithmetischen Mittels (die Summe aller Abweichungen vom Mittelwert ist immer Null):

\[\frac{1}{T}\sum_{i=1}^{T} (x_{i} - \mu_{x}) = \frac{1}{T}\sum_{i=1}^{T} x_{i} - \frac{1}{T}\sum_{i=1}^{T} \mu_{x} = T \mu_{x} - T \mu_{x} = 0\]

Warum die anderen falsch sind

  • b) Da das Vertauschen der Summationsreihenfolge das Ergebnis nicht verändert (siehe Aussage a), spielt die Reihenfolge keine Rolle.

  • e) Hier handelt es sich um die Summe der quadratischen Abweichungen (Zähler der Varianz). Da Quadratzahlen stets \(\geq 0\) sind, wäre diese Summe nur dann Null, wenn alle Werte \(x_{i}`​ exakt identisch mit dem Mittelwert :math:\)mu_{x}`​ sind.

Aufgabe 1.4

    1. Berechnen Sie die Summe \(\sum_{k=1}^{3}(-1)^{k}k^{k}\)

Schritt-für-Schritt-Rechnung:

\((-1)^1 \cdot 1^1 + (-1)^2 \cdot 2^2 + (-1)^3 \cdot 3^3 = -1 + 4 - 27 = -24\).

    1. Schreiben Sie die folgende Summe mit Hilfe des Summenzeichens:

    \[2x_{1} y_{1} + 2x_{2} y_{2} + 2x_{3} y_{3} + \dots + 2x_{20} y_{20}\]
\[\sum_{i=1}^{20} 2x_{i}y_{i} \quad \text{oder} \quad 2\sum_{i=1}^{20} x_{i}y_{i}\]

Laufindex: \(i\) (oder ein beliebiger anderer Buchstabe wie \(k\)) startet bei \(1\) und läuft bis \(20\). Struktur: Da der Faktor \(2\) in jedem Term vorkommt, kann er entweder in der Summe bleiben oder als konstanter Faktor vor das Summenzeichen gezogen werden.

Aufgabe 1.5

Gegeben seien die Mengen:

  • \(A = \{1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10\}\)

  • \(B = \{2, 3, 4, 5, 6\}\)

  • \(C = \{6, 7, 8, 9, 10, 11, 12, 13\}\)

Bestimmen Sie die folgenden Mengen:

  • \(A \cap (B \cap C)\)

Das Ergebnis lautet :math:`{6}`.

  • Schnittmenge :math:`B cap C`: Das einzige Element, das sowohl in \(B\) als auch in \(C\) vorkommt, ist \(6\). Es gilt \(B \cap C = \{6\}\).

  • Schnittmenge mit :math:`A`: Da die Zahl \(6\) auch in Menge \(A\) liegt, ist :math:`A cap (B cap C)

    = {6}`.

  • \(A \setminus (B \cup C)\)

Das Ergebnis lautet :math:`{1}`.

  • Vereinigungsmenge :math:`B cup C`: Alle Elemente aus \(B\) und \(C\) zusammengefasst ergeben \(B \cup C = \{2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 11, 12, 13\}\).

  • Differenzmenge zu :math:`A`: Es werden alle Elemente aus \(A = \{1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10\}\) entfernt, die auch in \(B \cup C\) enthalten sind (das betrifft die Zahlen \(2\) bis \(10\)). Übrig bleibt \(A \setminus (B \cup C) = \{1\}\).

Aufgabe 1.7

Die folgenden Aussagen befassen sich mit Aspekten der Logik. Dazu seien \(P\) und \(Q\) Aussagen. DREI der folgenden Aussagen sind WAHR. Kreuzen Sie an:

    1. [ ] \(P \Rightarrow Q\) bedeutet, wenn \(Q\) wahr ist, ist auch \(P\) wahr.

    1. [X] \(P \Leftrightarrow Q\) ist gleichbedeutend mit \(P \Rightarrow Q\) und \(Q \Rightarrow P\).

    1. [ ] \(P \Rightarrow Q\) ist gleichbedeutend mit der Aussage: \(P\) ist notwendig für \(Q\).

    1. [X] \(P \Leftrightarrow Q\) bedeutet: \(P\) ist notwendig und hinreichend für \(Q\).

    1. [X] \(P \Rightarrow Q\) ist äquivalent zu: Wenn \(Q\) nicht wahr ist, ist auch \(P\) nicht wahr.

Warum b, d und e

  • b) \(P \Leftrightarrow Q\) ist gleichbedeutend mit \(P \Rightarrow Q\) und \(Q \Rightarrow P\). Dies ist die klassische formale Definition der Äquivalenz.

  • d) \(P \Leftrightarrow Q\) bedeutet: \(P\) ist notwendig und hinreichend für \(Q\). Das ist lediglich die textliche Umschreibung der mathematischen Äquivalenz aus b).

  • e) \(P \Rightarrow Q\) ist äquivalent zu: Wenn \(Q\) nicht wahr ist, ist auch \(P\) nicht wahr. Dies beschreibt die sogenannte Kontraposition (\(\neg Q \Rightarrow \neg P\)), die logisch immer denselben Wahrheitswert hat wie die ursprüngliche Implikation.

Warum die anderen falsch sind

  • Aussage a) verdreht die Richtung der Implikation (es müsste heißen: “wenn \(P\) wahr ist, ist auch \(Q\) wahr”).

  • Bei Aussage c) verhält es sich genau umgekehrt: \(P\) ist die hinreichende Bedingung für \(Q\), nicht die notwendige.

Aufgabe 1.8

Die folgenden Aussagen befassen sich mit Logik. DREI der folgenden Aussagen sind WAHR. Kreuzen Sie an:

    1. [ ] \(x^{2} > 0 \Leftrightarrow x > 0\)

    1. [X] \(x = 0\) und \(y = 0 \Leftrightarrow x^{2} + y^{2} = 0\)

    1. [ ] \(x = 0\) und \(y = 0 \Leftrightarrow x^{2} \cdot y^{2} = 0\)

    1. [X] \(3x(x - 2) = 0 \Leftrightarrow x = 0\) oder \(x = 2\)

    1. [X] Aus \(x^{2} = 16\) folgt nicht \(x = 4\).

Warum b, d und e

  • b) \(x = 0\) und \(y = 0 \Leftrightarrow x^{2} + y^{2} = 0\). Da das Quadrat einer reellen Zahl niemals negativ sein kann, ist die Summe zweier Quadrate nur dann Null, wenn beide Zahlen selbst Null sind.

    1. \(x(x - 2)=0 \Leftrightarrow x=0\) oder \(x=2\).

  • e) Aus \(x^{2}=16\) folgt nicht \(x=4\). Diese Aussage (“…folgt nicht…”) ist korrekt formuliert. Aus \(x^{2}=16\) folgt nämlich, dass \(x=4\) oder \(x=−4\). Es gibt keine zwingende Implikation nur auf die positive Zahl.

Warum die anderen falsch sind

  • Bei a) kann \(x\) auch negativ sein (z.B. ist für \(x = −3\) das Quadrat \(x^{2} = 9 > 0\)).

  • Bei c) steht ein logisches “und”, aber damit ein Produkt Null ergibt, reicht ein logisches “oder” (\(x=0 \vee y=0\)) völlig aus.